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Wasserstand Zwenkauer See:

Wasserstand derzeit um die 112,50 m ü.NHN bis Fertigstellung der Harth-Schleuse und des Harth-Kanals.

Endwasserstand nach Fertigstellung (ca.2020-22): 113,5 m ü.NHN

 
 
 


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Zwenkauer See
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Zwenkauer Bergbaugeschichte - Tagebausanierung

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Tagebausanierung durch LMBVBild

Das Abbaufeld des ehemaligen Tagebaus Zwenkau, der 1921 als Tagebau Böhlen aufgeschlossen wurde, liegt etwa 10 Kilometer südwestlich der Stadt Leipzig.

Die erste geförderte Kohle im Jahr 1924 versorgte das Großkraftwerk in Böhlen. Der Tagebau diente bis Anfang der 90er Jahre überwiegend zur Rohkohleversorgung der Brikettfabriken und Kraftwerke im Südraum Leipzig sowie der chemischen Anlagen Böhlen und Espenhain.

Kenngrößen der Tagebauentwicklung

Aufschlussfigur: kombinierter erweiterter Birnenaufschluss
Fördertechnologie: Kohle: Zugbetrieb 900 mm Spurweite
Abraum: Förderbrücken- und Zugbetrieb, ab 1994 zusätzlich Band- und Truckbetrieb
Tagebautiefe: 50 Meter (durchschnittlich)
Abraum-Kohle-Verhältnis: 2,5 : 1
Abraumbewegung: 1,4 Milliarden Kubikmeter (davon Abraumförderbrücke 1,2 Mrd. m³)
Rohkohleförderung: 580 Millionen Tonnen
Landinanspruchnahme: 2863 Hektar
entstehende Wasserfläche:   
973 Hektar

 

Zwischen 1994 und 1999 war der Tagebau von der LMBV an die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH (MIBRAG) verpachtet.

Parallel zur zeitlich begrenzten Fortführung des aktiven Betriebes begannen ab 1998 Sanierungsarbeiten zur Herstellung dauerstandsicherer Böschungen. Wesentliches Ziel dabei war die Optimierung der Sanierung und Wiedernutzbarmachung durch den Einsatz von Tagebaugroßgeräten. Damit konnten folgende Ergebnisse erreicht werden:
Reduzierung der Abraumförderbrückenkippe zur Schaffung eines tiefen Restloches
Sanierungsgerechte Vorprofilierung des 1. Abraumschnittes für die spätere landschaftsgerechte Gestaltung des südlichen Seeufers
Gewinnung und Aufhaldung von Erdstoffen für nachfolgende Sanierungsmaßnahmen zur standsicheren und landschaftsgerechten Gestaltung der Bagger- und Kippenböschungen

Mit der Einstellung der Braunkohlenförderung am 30. September 1999 begann die Sanierung der Restlochböschungen mittels mobiler Erdbautechnik.

Sanierungsschwerpunkte und Flutung
Nach Beräumung der nicht nachnutzungsfähigen Tagebauinfrastruktur (Großgeräte, Gleisanlagen, Tagesanlagen, technologische Bauwerke) ist aktuell die Herstellung flutungssicherer und auf eine schnelle Flutung ausgerichteter Restlochböschungen für das Tagebaurestloch Zwenkau schwerpunktmäßig im Zeitraum bis zum Jahr 2009 erforderlich. Dazu waren bisher Massenbewegungen mit mobiler Erdbautechnik von insgesamt 14,5 Millionen Kubikmeter erforderlich. Für 2009 sind noch rund 700.000 Kubikmeter Erdmassen zu bewegen.
Für die Sicherung der Ufer- und Wasserwechselbereiche ist der ingenieurtechnische Verbau mit Kies und Steinematerial erforderlich.
Weitere Schwerpunktaufgaben sind die Sanierung des Restloches 13 südlich vom Tagebau Zwenkau sowie der Versatz von rund 3 km untertägigen Entwässerungsstrecken im Bereich
der ehemaligen Kohleausfahrt (östlicher Ortsrand von Zwenkau).

Flutung
Das Tagebaurestloch soll unter Verwendung von Sümpfungswasser aus dem MIBRAG- Tagebau Profen im Zeitraum zwischen 2007 und 2014 geflutet werden. Bereits Mitte 2006 erfolgte dazu die Einstellung der Wasserhebung; seit März 2007 läuft die Fremdflutung des Tagebaus zunächst bis zu einem genehmigten Zwischenwasserstand von +94 m NHN
- aktueller Wasserstand (01.03.2012) 102,96 m NHN (am Endwasserstand fehlen noch gut 10 Meter).
Das Hohlraumvolumen beträgt etwa 174 Mio. m³.
Bedingt durch die bergbauliche Inanspruchnahme von Hochwasserrückhalteflächen der Weißen Elster während des aktiven Betriebes ist als Ersatz im künftigen Zwenkauer See ein Hochwasserrückhalteraum zur Verfügung zu stellen
-  Staulammelle von 2,1 Meter, Stauraum für 19 Mio. m³ Wasser
-  Zielwasserstand +113,5 m NHN, max. Wasserstand +115,6 m NHN

Während der Flutungsphase werden noch die Überwasserböschungen sowie sanierte Kippen- und Randflächen in den nutzungsorientierten Endzustand versetzt. Darüber hinaus werden die erforderlichen Arbeiten zur Anbindung des Tagebaurestloches an die Vorflut realisiert. Das umfasst die Herstellung des Hochwasserüberleiters bzw. des Hochwasserauslasses  zur Weißen Elster sowie den Bau des Floßgrabens. Diese Maßnahmen befinden sich in der Ausführung.

Nachnutzung
Der Zwenkauer See wird zu einem knapp 10 km² großen Landschaftssee mit Hochwasserschutzfunktion und Bereichen für Freizeit- und Erholungsnutzungen sowie für Natur und Landschaft entwickelt:

Strände, Surfbereich, Jachthafen, Segelstützpunkt, Feriendorf/Campingplatz sowie die geplante kurze gewässertouristische Verbindung zwischen Zwenkauer und Cospudener See bilden ideale Voraussetzungen für vielfältigste Nutzungen
Das KAP Zwenkau  wird  mit Hafen und Wohn-/Gewerbegebiet Teil des neuen maritimtouristischen Stadtteils „Seebad Zwenkau“.
Hier empfängt auch der Ausstellungspavillon, der an den Bergbau und die 2001 gesprengte Abraumförderbrücke erinnert, bereits seit April 2006 Gäste und Touristen. Am 10. Mai 2009 wurde während des Ersten Hafenfestes der Hafen fertigsaniert von der LMBV an die Stadt Zwenkau übergeben.
Zwischen Cospudener und Zwenkauer See erwartet der Freizeitpark BELANTIS bereits in der 7. Saison seine Gäste. Mehr als eine halbe Million Besucher kommen pro Saison (April-Okober). Der Park entstand auf rekultivierten Kippenflächen des Tagebaus Zwenkau und wird in den nächsten Jahren weiter ausgebaut. Derzeit sind 27 von insgesamt 110 Hektar Parkfläche mit 7 Themenwelten bebaut. Das Investitionsvolumen beträgt stattliche 60 Mio. Euro.  Bisher sind rund 260 Arbeitsplätze entstanden.

Ausgehend vom Masterplan Zwenkauer See befinden sich folgende §4-Maßnahmen (Erhöhung Folgenutzungsstandard) in Planung:
Schiffbare kurze Kanalverbindung Cospudener – Zwenkauer See (für eine gewässertouristische Nutzung)
Verkehrserschließung Uferrundweg
Weitere Infos unter: www.lmbv.de