Logo Stadt Zwenkau
  Sie sind hier: Home
 
EFRE


Banner
 

Wasserstand Zwenkauer See:

Wasserstand derzeit um die 112,50 m ü.NHN bis Fertigstellung der Harth-Schleuse und des Harth-Kanals.

Endwasserstand nach Fertigstellung (ca.2020-22): 113,5 m ü.NHN

 
 
 


Hafen Zwenkau
Webcam Hafen Zwenkau
Zwenkauer See
Webcam Zwenkauer See
Fotogalerie Zwenkau
Fotogalerie Zwenkau

Zwenkau im Eisenbahnzeitalter

Beitragsseiten
Zwenkau im Eisenbahnzeitalter
Teil II
Teil III
Alle Seiten

Teil I

Am 18.Oktober 1873 endete für Zwenkau das "Postkutschenzeitalter" mit der letzten Fahrt einer Personenpost von Leipzig nach Pegau. Danach bewältigten private Fuhrunternehmen mit ihren "Omnibussen" den Personentransport. Diese Beförderungsmittel existierten aber bereits seit längerer Zeit. Schon in den 39er Jahren sollen sie Teilstrecken von Postkutschen befahren haben.

1851 inserierte beispielsweise ein Adolph Reichelt:

Mein Omnibus geht dieses Sommerhalbjahr vom 19. April an regelmäßig Dienstag, Donnerstag und Sonnabend frühe halb 7 Uhr nach Leipzig und nachmittags um 5 Uhr von Leipzig nach Zwenkau.


Mindestens seit Frühjahr 1862 existierte eine fahrplanmäßige (Pferde-) Omnibuslinie der Leipziger Omnibusgesellschaft von "Roten Ochsen" in Zwenkau nach Leipzig bis zum "Blauen Roß" am Königsplatz (jetzt Wilhelm-Leuschner-Platz), die an Wochentagen dreimal, nämlich 7 Uhr früh, 12 Uhr mittags und 5 Uhr abends ab Zwenkau und 9 Uhr früh, 2 Uhr mittags und 7 Uhr abends ab Leipzig befahren wurde. Der Fahrpreis betrug für Hin-und Rückfahrt 9 Neugroschen. An Sonn-und Feiertagen sowie zur Leipziger Messe wurden auch schon Sonderomnibusse eingelegt, die zum Teil bis zum damaligen Dresdner Bahnhof weitergeführt wurden.

Die Fahrzeiten unterschieden sich nach dem Sommer- und Winterfahrplan. "Conducteur" (Fuhrwerkslenker und Schaffner) war der Wirt des "Roten Ochsen", Reinhold Maneck. Dieser kaufte 1868 die Linie mit der Auflage, die Abfahrtszeiten und Stationen beizubehalten. Daneben fuhr der Zwenkauer Lohnkutscher Gottlob Seiferth an Markttagen regelmäßig nach Leipzig (Hinfahrt früh 1/2 7 Uhr, Rückfahrt nachmittags 1/2 4 Uhr). Eine Fahrt hin und zurück kostete pro Person 8 Neugroschen (1840 in Sachsen: 1 Ngr. = 10 Pfennige; 30 Ngr. = 1 Taler)

Wenn die Omnibusse 2 Stunden nach der Abfahrt in Zwenkau von Leipzig die Rückreise antraten, könnte man schlussfolgern, dass sie für eine Tour (14 km) vielleicht 90 - 100 Minuten benötigten. Der Zug beanspruchte - aufgrund des anfangs noch erforderlichen Umsteigens in Gaschwitz eine Fahrzeit von 60 Minuten bis zum Endpunkt Bayerischer Bahnhof. Später reduzierte sie sich mit der durchgängigen Verbindung auf 35 - 40 Minuten. Machte nun die deutlich bequemere Eisenbahn dem Omnibusverkehr den Garaus? Man müsse das annehmen. Als am 8.September 1874 die Bahn Gaschwitz - Meuselwitz in Betrieb genommen wurde, war sein (Manecks) Omnibus für diese Linie unrentabel geworden und er befuhr dann nur noch die Linien nach Borna und Pegau. Dem widerspricht aber eine Annonce in der "Zwenkauer Zeitung" Jg. 1884. Wie lässt es sich erklären, dass Maneck doch noch nicht aufgab? Für die an der Reichsstraße liegenden Ortschaften (z.B. Prödel, Zöbigker und Cospuden) waren die Entfernungen zu den Bahnhöfen teilweise recht groß. Auch fuhr Maneck bis zum Promenadenring, also bis an den Rand der Innenstadt, was sich als vorteilhaft erwies. So bestand wohl für einen "kleinen" Busverkehr durchaus noch Interesse.

Der "Omnibus" (lat. "für alle") war ein schweres, unförmiges, kastenartiges Gefährt mit wenigen Fenstern und freiem Oberdeck - also eine Art Doppelstockbus!
Das endgültige "Aus" der Pferdeomnibusse brachte schließlich der Kraftverkehr. Vor dem 1. Weltkrieg wurde eine staatliche Kraft-Omnibuslinie Zwenkau - Leipzig angestrebt, aber erst 1925 mit der Sächsischen Kraftverkehrsgesellschaft AG (KVG) Leipzig, Außenstelle Zwenkau, verwirklicht. Damit entstand auch für die Bahn eine starke Konkurrenz im Personen-Nahverkehr. Der erste Kraftomnibus, der von Zwenkau nach Leipzig und zurück fuhr, soll übrigens dem Zwenkauer Arthur Kühn gehört haben.

D.Wünschmann